#198 Würdest du den Lehrberuf nochmal wählen? Darum sagt ein Drittel nein.
Shownotes
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Eine tiefe Verbundenheit mit der eigenen Aufgabe trifft auf starre strukturelle Hürden: Das aktuelle Deutsche Schulbarometer 2026 liefert zu dieser Dynamik erstaunliche Erkenntnisse und offenbart einen eklatanten Widerspruch zwischen gemeldeter Berufszufriedenheit und tatsächlicher Belastung. Die detaillierten Daten der Studie zeigen überraschend präzise auf, welche demografischen und schulformspezifischen Faktoren das Risiko für emotionale Erschöpfung drastisch erhöhen. Dabei wird auch sichtbar, warum ein hohes Berufsethos oft direkt in die Überlastung führt und welche psychologischen Abwehrmechanismen den Wunsch nach Veränderung unbewusst blockieren.
Angesichts stagnierender Systembedingungen ist ein genauer Blick auf diese Zahlen unerlässlich, um die eigene Position fernab von gefühlter Ohnmacht schonungslos zu analysieren.
Eine Folge für alle, die das eigene Belastungserleben fundiert einordnen und ihre berufliche Zukunft wieder strategisch durchdenken wollen.
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00:00:00: Live auf der Lehramt.
00:00:02: Das ist nicht normal, dass man täglich komplett erschöpft ist und auch nicht, das man mehrmals pro Woche komplett erschöfft ist.
00:00:11: Das sollte Ausnahmezustand sein für viele es aber absolute Normalität und die finden das auch gar nicht komisch.
00:00:18: also lasst dir bitte noch mal gesagt sein, das sind alarmierende Zahlen!
00:00:22: Das bedeutet, dass mehr als ein Drittel der Befragten regelmäßig auf den Zahnfleisch geht.
00:00:27: Das is keine Randbelastung Das ist ein ernstzunehmender Zustand.
00:00:34: Live auf der Lehramt, der Coaching-Podcast mit Impulsen für mehr Lebensqualität durch deinen beruflichen Kurswechsel innerhalb, neben oder außerhalb der Schule.
00:00:45: Zinde und gestalte den Berufsweg, der zu dir passt!
00:00:58: Bevor wir heute loslegen lasst mich Dir kurz eine Frage stellen Wie fühlt sich der Gedanke an das neue Schuljahr für Dich an?
00:01:07: Das Schuljahr... ...sechsundzwanzig siebenundzwantzig?
00:01:12: Spürst du vielleicht schon jetzt, dass sich für dich etwas verändern soll?
00:01:15: Vielleicht sogar grundlegend und glaubst du gleichzeitig, dass du ja eh nichts ändern kannst.
00:01:22: Du hast keine Klarheit über formale Gestaltungsmöglichkeiten.
00:01:26: Du glaubst das einzig vernünftige ist es für immer Lehrer zu bleiben.
00:01:32: aber ein Teil von dir is neugierig was dann noch geht!
00:01:36: Ein Teil hat irgendwie Zweifel ob dass die Antwort sein kann, dass du das jetzt halt immer alles weiter so ertragen musst.
00:01:45: Dieser Teil möchte wieder handlungsfähig werden und sich nicht mehr fühlen wie jemand der immer nur reagiert auf die äußeren Umstände?
00:01:55: Falls du dich darin wiedererkennst in diesen Teilen, die einander widersprechen – und in all dem verändert sich gar nichts!
00:02:04: Dann hör' ich jetzt gut zu.
00:02:05: Denn Genau für diese Phase haben wir unsere Sommercoaching-Aktion geschaffen.
00:02:12: Wenn du im Juli oder August mit uns ins Coaching startest, bekommst du zu den regulären sechs Monaten unserer gemeinsamen Begleitzeit einen kompletten zusätzlichen Monat geschenkt – das heißt, sechs Monate plus ein Bonusmonat um deinen beruflichen Weg mit echter Ruhe, Struktur und Sicherheit anzugehen!
00:02:36: Was du in dieser Zeit machen kannst, bestimmst du.
00:02:39: Zum Beispiel herausfinden was du wirklich willst – vielleicht sogar innerhalb des Schulsystems oder mit der Erkenntnis ….
00:02:47: Nee, mittelfristig soll es rausgehen!
00:02:50: Du kannst wieder handlungsfähig werden und Wahlmöglichkeiten zwischen Schwarz- und Weiß auftun.
00:02:56: Das ist, wenn du mich persönlich fragst eigentlich das größte Benefit von Coaching.
00:03:02: Denn Personen die in der Regel Coaching wahrnehmen, die Kreisen zwischen verschiedenen extremen Wahlmöglichkeiten, die sehr schwarz und weiß sind – und weil sie so extrem sind erleben Sie sich als handlungsunfähig!
00:03:16: Denn irgendwie überfordert sowohl Schwarz als auch Weiß Und was Coaching leisten kann, ist mit dir die Grautöne dazwischen zu erkennen.
00:03:26: Die Übergangsstadien – die strategischen Schachzüge, die du machen kannst um wieder ins Gestalten zu kommen!
00:03:34: Das ist das, was unsere Kunden definitiv für sich erarbeiten weg von dem schwarz und weiß dass einen total lähmt und wieder rein in's Optionen sehen, ins Wahlmöglichkeiten auftun.
00:03:48: Was du in dieser Zeit noch tun kannst, ist Bewerbungsstrategien aufbauen.
00:03:52: Die dich jetzt nahtlos in einen neuen Job bringen.
00:03:57: Jetzt soll heißen Na ja mit Perspektive auf das Kalenderjahr twenty-seven und zwanzig vielleicht auch das nächste Schuljahr denn diese Dinge wollen vorbereitet werden.
00:04:09: Du brauchst die Klarheit, du brauchst Strategien, du brauchtst das Handwerkzeug.
00:04:13: Wenn du jetzt beginnst dann Geht es für dich vielleicht ja nur noch um ein Schulhalbjahr?
00:04:19: Du kannst mit uns deine Karriere Alternativen erkunden.
00:04:23: Du kannst deinen Wechsel, sollte das denn wirklich die Synthese unserer Zusammenarbeit sein, gut vorbereiten und selbstbestimmt angehen!
00:04:33: Damit das möglich ist brauchst du einen ersten Schritt – und zwar jetzt.
00:04:38: Hol dir einen Termin für ein kostenfreies Erstgespräch mit meinem Team.
00:04:43: Unsere Sommercoaching-Aktion gilt nur für Starterinnen und Starter im Juli- und August.
00:04:49: Also sichere dir schnell einen der limitierten Gesprächstemine!
00:04:54: Wenn nach dem Erstgespräch, das findet Telefone statt, dauert etwa zwanzig Minuten – wenn danach echtes Interesse besteht dann?
00:05:02: bekommt ihr in einem ausführlichen Zweitgespräch genug Raum, um alle Details zu klären.
00:05:07: Du trist anschließend deine Entscheidung in Ruhe ob du mit uns arbeiten möchtest wann das der Fall sein soll und ob du eben von dieser Sommarkoaching-Aktion profitieren möchtet.
00:05:19: Den Link zum Erstgesprächen findest du wie immer in den Show Notes und auf unserer Homepage isabelprobst.de.
00:05:29: Und jetzt lasst uns starten!
00:05:30: Würdest du den Lehrberuf nochmal wählen?
00:05:35: Schwierige Frage, das ist eine Bilanzfrage.
00:05:38: Eine Frage nach beruflicher Identifikation.
00:05:43: Nach Theorie und Praxis.
00:05:44: also wie ließ sich der Beruf auf dem Papier und wie ist die gelebte Realität?
00:05:50: und was ist der Preis, den dein Beruf im Alltag verlangt?
00:05:56: Und darum ist diese Frage so spannend.
00:05:58: Würdest du den Beruf noch mal wählen?
00:06:01: Und darauf gibt eine Antwort das Deutsche Schulbarometer.
00:06:09: Natürlich jetzt nicht auf deine persönliche Antwort, aber doch auf eine Querschnittantwort von Lehrer Deutschland!
00:06:18: Vielleicht hast Du schon mitbekommen dass diese Studie jüngst veröffentlicht wurde.
00:06:22: Jährlich wird die seit Auf dem Thema Lehrkräfte.
00:06:30: Manchmal hat sie einen auf dem Thema Schülerinnen und Schüler, jetzt geht es um Lehrkräften Und auch hier gibt es ein Kapitel zum Thema Berufszufriedenheit.
00:06:40: Die Studie ist besonders weil die sich eben nicht nur anekdotisch durch die anektotische Evidenz irgendwie wühlt.
00:06:47: das ist ja die Natur von Studien dass sie evidenzbasiert sind.
00:06:51: aber Diese Evidenzbasierung muss ja immer auf einem bestimmten Segment beruhen, einer Stichprobe von Lehrkräften und viele Studien haben da im Grunde schon so eine Vorselektion.
00:07:02: Also das sind dann vielleicht Lehrkräfte bestimmter Schulformen oder Altersgruppen oder Regionen oder mit einem bestimmte Zufriedenheitsmuster die Bosch-Studie, die richtet sich wirklich in die Breite.
00:07:18: Es wurden mehrere Tausend Lehrkräfte aus unterschiedlichen Schulformen, Altersgruppen, Regionen und beruflichen Hintergründen befragt und damit bildet die Studie jetzt nicht nur einen kleinen Teil von besonders engagierten oder besonders unzufriedenen Lehrkräften ab sondern eben ein breites systematisches Bild das vielleicht Rückschlüsse auf diesen Berufsalltag zulässt.
00:07:42: Besonders wichtig ist, wie diese Studie aufgebaut ist.
00:07:45: Sie befasst berufliches Wohlbefinden nicht nur über einzelne Zufriedenheitsfragen sondern hat sich dem Thema mit mehreren Dimensionen.
00:07:56: was ich auch sehr begrüße ist dass sie zum Beispiel Fragen aus dem Maslach Burnout-Inventory verwenden.
00:08:03: Das ist international verbreitet, ich verwende das zum Beispiel auch in der Zusammenarbeit mit meinen Kundinnen und Kunden um anfangs mal in so einen Self Assessment zu gehen.
00:08:12: wo stehe ich eigentlich?
00:08:14: In meinem Belastungs erleben?
00:08:17: Es gibt also viele verschiedene Herangehensweisen an diese Berufszufriedenheitsfrage.
00:08:22: Und dazu gehören die Zufriedenheit mit der Arbeit, die Zuffriedenhalt mit der Schule, die Bereitschaft den Beruf noch mal zu wählen, die Wechselabsicht, die emotionale Erschöpfung und der Zynismus als Burnout-Symptome zum Beispiel.
00:08:37: Dadurch wird sichtbar das Berufs-Zufriedenhalt und Belastungen nicht nur einfach Gegensätze sind sondern oft sogar gleichzeitig stattfinden.
00:08:48: Also, man kann zufrieden sein und belastet sein.
00:08:52: Das zeigt diese Studie auf.
00:08:54: aber wir wollen natürlich in die Details und die Differenzierungen schauen denn vielleicht hast du die Schlagzeilen schon gesehen.
00:09:01: da gab es durchaus die eine oder andere Referenz auf dieser Studie im Bezug auf die Frage würdest du den Lehrberuf noch mal wählen?
00:09:14: eher durchwachsen aus, sag ich mal.
00:09:17: Genau das ist die Ausgangslage dieser Folge.
00:09:20: Viele Lehrkräfte mögen ihren Beruf und trotzdem würde – was schätzt du?
00:09:25: Wie viele ihn nicht nochmal wählen würden prozentual?
00:09:31: Ein Drittel heißt etwa dreißig Prozent bisschen unter ein Drittel.
00:09:37: Lass uns da mal im Detail hinschauen.
00:09:40: Wer sagt denn eher, dass er oder sie diese Berufswahl bereut und wer stimmt eher zu das er oder Sie gerne diesen Beruf ausübt?
00:09:50: Die Studie erlaubt da Differenzierungen nach Geschlecht, Alter, Funktion Schulform und Region.
00:09:58: Und dadurch wird auch sichtbar, dass der Lehrberuf nicht von allen gleich erlebt wird.
00:10:02: Oh Wunder!
00:10:03: Wer zum Beispiel an einer Grundschule arbeitet, erlebt etwas ganz anderes als jemand in einem Gymnasium – das ist dir jetzt wahrscheinlich keine große Erkenntnis – aber was glaubst du, wer sich belastet dafür?
00:10:16: Grundschullehrkräfte oder Gymnasialehrkräften?
00:10:19: Es sind zB eindeutig die Grundschullerkräfte.
00:10:23: Auch…was glaubst Eher belastet ist die Jüngerin oder die älteren Lehrkräfte?
00:10:30: Es sind tatsächlich die jüngeren.
00:10:33: Also da sind so ein paar Ahas drin in dieser Studie, wer jung im Beruf ist erlebt natürlich andere Belastungen als jemand der viele Jahre Erfahrungen hat und gleichzeitig wird man ja auch nicht resilienter mit dem Alter.
00:10:45: aber Erfahrung scheint da einiges zu kompensieren.
00:10:49: Wer eine Leitungsfunktion hat, der steht ja offensichtlich in einer anderen beruflichen Konstellation als Lehrkräfte ohne Führungsaufgaben.
00:10:58: Also Lehrkräften die täglich an der Basis operativ im Unterricht sind und auch das hat nochmal Einfluss auf die Berufszufriedenheit.
00:11:07: Gleichzeitig gibt es auch immer wieder Schlagzeilen, dass Schulleitungen ein Nachwuchsproblem hat und das viele Schulleitung unzufrieden sind.
00:11:16: Also bei mir bleiben da auch Fragezeichen weil hier diese Studie doch Balancen zieht wo man immer mal wieder gegenteilige Schlagzeugen liest.
00:11:27: aber gut ich stelle dir das mal so vor und du kannst mit deinem eigenen Erleben abgleichen Und ich werde dir an einigen Stellen auch meine Erfahrungswerte aus vielen Jahren Coaching beisteuern können.
00:11:39: Würdest du den Lehrberuf noch mal wählen?
00:11:43: Die Antwort darauf ist im Schulbarometer twenty-sechs und zwanzig relativ eindeutig.
00:11:48: Achtundsechzig Prozent der Lehrkräfte sagen Ja, also entweder sicher oder eher ja aber dreiundzwanzig Prozent sagen eher nein und neun Prozent sagen definitely no.
00:12:04: Also zusammengerechnet, zweiunddreißig Prozent sagen eher nicht nochmal wählen.
00:12:13: Diese Zahl ist zentral also die zeigt dass da eine grundlegende berufliche Zustimmung zwar überwiegt aber Dabil ist, wie man sich das vielleicht denken könnte.
00:12:24: Ein Drittel – das ist jetzt nicht ein bisschen, das ist ein erheblicher Teil der Berufsgruppe und darum darf man diese Antwort auch nicht als Minderheiten-Meinung abtun.
00:12:34: Lass uns da auch gleich mal in die Differenzierungen gucken!
00:12:37: Die Frage nach der Wiederwahl des Berufes ist auch deshalb so aufschlussreich weil sie ja Zufriedenheit fragt, also nach Schwankungen über Wochen, Monate und aktuelles Meinungsbild.
00:12:51: Sondern wirklich eine retrospective auf tieferer Ebene abgreift.
00:12:56: Zufriedenheit kann sich auf den heutigen Tag beziehen aber Wiederwahl Frage zwingt zurückschau Die fragt mit dem Wissen von heute, mit allen Belastungen, Enttäuschungen, Erfahrungen und Realitäten würde ich diesen Weg nochmal gehen.
00:13:10: Und dass hier fast ein Drittel mit Nein antwortet, sagt viel über die tatsächliche Passung zwischen Berufserwartung und Berufsrealität.
00:13:21: Schauen wir mal zuerst auf die positive Seite.
00:13:25: Neun und achtzig Prozent der Lehrkräfte sagen, dass sie grundsätzlich gern an ihrer Schule arbeitet.
00:13:32: Und dreinachtzig Prozent sind mit ihrer Arbeit grundsätzlich zufrieden.
00:13:38: Achtundsechzig Prozent würden den Beruf noch mal wählen – habe ich ja gerade erwähnt.
00:13:42: die Werte zeigen!
00:13:44: Der Lehrberuf bleibt doch schon auch für die Mehrheit jetzt ein sinnstiftender und grundsächlich akzeptierter Beruf.
00:13:53: Das ist eine wichtige Erkenntnis weil die Debatte über Lehrkräfte oft sehr defizitorientiert geführt wird.
00:14:01: Und ich in meinem Erleben, ich sehe ja vor allen Dingen die Lehrkräften vor mir sitzen, ja negativ erleben haben in Schule, die vielleicht auch sagen naja es liegt nicht an meiner Schule aber dieser Beruf passt einfach nicht zu mir.
00:14:20: Egal wie es gefärbt ist ich habe in der Regel Personen im Coaching die nicht in dieser Situation bleiben möchten.
00:14:28: also Das bezieht sich jetzt nicht grundsätzlich darauf, dass sie aus Schule raus wollen.
00:14:32: Aber sie erleben da etwas was absolut Veränderungsbedürftig ist aus ihrer Situation.
00:14:37: Weil Sie leiden, weil Sie Stress haben, weil sie auch teilweise an Dienststellen festhängen die super ungünstig sind.
00:14:45: Ich kann mir da keinen Urteil erlauben.
00:14:47: aber das Thema Führung Das höre ich häufig in Coachings, was für eine Schulkultur da herrscht und was für ne Kultur im Kollegium.
00:14:56: Und dass Führungen häufig auch zwischenmenschlich minder begabt sind, sag' ich jetzt mal so, ne?
00:15:04: Das Schulbarometer zeigt aber das die meisten Lehrkräfte ihren Beruf nicht grundsätzlich ablehnen.
00:15:10: vielmehr scheinen die meisten ihnen trotz Belastungen zu tragen.
00:15:14: Und darin liegt die Spannung Denn wer den Beruf gern macht, ist oft auch derjenige, der besonders lange aushält.
00:15:21: Da spielt das Thema Arbeits-Ethos eine Rolle.
00:15:25: also ich habe fast nie Leute vor mir sitzen denen es nicht wichtig ist einen guten Job zu machen.
00:15:34: mit anderen Worten Fast ausschließlich Leute vor mir sitzen mit einem hohen Berufsethos und die sitzen deswegen vor mir, weil sie schon seit Jahren dieses hohe Berufs- ethos leben.
00:15:47: Und dass sie irgendwie über ihre Grenzen gebracht hat.
00:15:51: Es gibt natürlich wahnsinnig viele Pädagoginnen mit einem Hohen Berufsetos.
00:15:56: Ich würde sagen das ist auch eher charakteristisch für PädagogInnen die typische Lehrkraft, die dann um dreizehn Uhr den Griffel fallen lässt und die auf Schüler scheißt usw.
00:16:09: Sondern die Allermeisten, die ich vor mir habe wollen einen richtig guten Job machen!
00:16:15: Und genau da kommen sie auch in dieses Abgrenzungsdilemma weil Sie Ihren Beruf ernst nehmen, weil Sie Ihre Verantwortung kennen, weil sie eben nicht Dienst nach Vorschrift machen wollen und das bringt sie auch dazu so lange auszuhalten.
00:16:30: Das bringt einen ja auch in so Glaubenssätze wie, werwenn ich?
00:16:35: Ich mache es halt besonders gründlich.
00:16:37: Ich mach's halt besonders gut!
00:16:38: Deswegen delegiere ich nicht.
00:16:40: Deswegen hänge ich auch abends noch mal eine Stunde dran und so.
00:16:44: Lehrkräfte mit hoher berufliche Identifikation sind häufig besonders loyal gegenüber Kindern, Jugendlichen, Kolleginnen und dem System Schule.
00:16:54: Das macht sie einerseits stark – also das ist ja ne Ressource – und andererseits macht es sie verletzlich.
00:17:00: Denn je stärker die Identifikation desto größer kann die Enttäuschung werden, wenn die Realität nicht mehr zum eigenen Anspruch passt.
00:17:07: Und ich dachte jetzt – die ganze Zeit während ich diese Studie gelesen habe – an die Potsdamer Lehrergesundheitsstudie, die es auch gibt aus dem Jahr Zwei-Tausendfünf und da wird in vier verschiedene Lehrergesuntheitstypen unterschieden bestimmte Belastungsmuster erleben oder eben auch weniger erleben.
00:17:30: Das heißt nicht, dass es grundsätzlich nur diese vier Typen gibt aber es ließ sich von dieser Studie die auch mit mehreren Tausend Lehrkräften durchgeführt wurde und die später noch ein Update erfuhr schon ableiten.
00:17:41: Es gibt vier Grundtendenzen nämlich einmal den Typ G wie Gesundheit das sind also eher resiliente Erlebensmuster.
00:17:50: dann gibt es den Typ A wie Anstrengungen.
00:17:53: Das sind meiner Erinnerungen nach etwa thirty-fünf Prozent aller Lehrkräfte.
00:17:58: Hohes Berufsethos hängt sich rein, leidet aber drunter – denn da ist eine mangelnde Fähigkeit zur Grenzsetzung!
00:18:08: B wie Burnout, das sind wirklich schwach ausgeprägte Resilienzmuster.
00:18:14: Also ein starkes Stress erleben und dann auch einen sich nicht stellen in herausfordernden Situationen.
00:18:20: Einen Rückzug eine Vermeidung und sehr pessimistisches Selbstbild.
00:18:26: Das sind übrigens auch über dreißig Prozent aller Lehrkräfte.
00:18:30: Und dann gibt es noch das Schonungsmuster S wie Schonungen.
00:18:34: Das waren meisten Flairkräfte, die mal engagiert waren und dann halt in die Schonung gegangen sind.
00:18:39: Ist total spannend.
00:18:40: das G-Gesundheitsmuster – das sind die geringsten!
00:18:44: Es ist unter zwanzig Prozent ich meine so in etwa fünfzehn Prozent.
00:18:48: und da ist es nochmal viel eklatanter wenn man auf die Geschlechterunterschiede guckt.
00:18:53: Ich glaube neunzehnt Prozent mit Gesundheitsmuster sind männlich und elf Prozent oder so sind weiblich.
00:19:00: also es ist wirklich eklatant, wie gering dieses Gesundheitsresilienzmuster ausgeprägt ist.
00:19:06: Und wenn ich jetzt hier auf diese Bosch Studie schaue das Schulbarometer dann klingen bei mir die ganze Zeit diese Lehrer-Gesundheitstypen mit denn wenn wir jetzt hier über Ausharren und hohen Berufsethos reden da assoziere ich sofort den Belastungstyp A, den Lehrer Gesundheitstyp A wie Anstrengungen.
00:19:28: Das sind im Übrigen auch die meisten bei uns im Coaching.
00:19:32: Die würden sich als Typ A beschreiben wobei wir natürlich auch ganz viele Personen haben die irgendwelche Mischformen an sich erkennen viel von Typ G mitbringen Wie Gesundheit teilweise Tendenzen zu Typ A aber es gibt durchaus auch Leute die das Schonungsmuster in Teilen an Sich erkennen oder dass B wie Burnout-Muster Aber dieses Reinhängen, Ethos und darüber auch seine eigenen Grenzen vernachlässigen.
00:19:58: Das ist schon typisch für den Lehrergesundheitstyp A. Die Studie macht deutlich Berufszufriedenheit vorhanden bei vielen aber sie ist fragil.
00:20:10: Sie steht nicht losgelöst im Raum sondern die ist eingebettet in Bedingungen die die Zufriedenheiten stärken oder untergraben können.
00:20:18: das finde ich total spannend.
00:20:20: Wir gucken jetzt mal in die Unterscheidung nach Gruppen.
00:20:23: Ein besonders wichtiger Teil des Schulbarometers sind diese Unterschiede zwischen den Gruppen, die zeigen dass Berufszufriedenheit sich eben nicht gleichmäßig verteilt was sofort ins Auge fällt.
00:20:35: ich habe ja gerade schon differenziert zwischen Männern und Frauen bei diesem Gesundheitsmuster G. Was glaubst du?
00:20:41: wer im Durchschnitt eine höhere Berufs zufriedenheit hat?
00:20:45: Ja überrascht jetzt wenig.
00:20:47: Männer berichten im Durchschnitt eine höhere Berufszufriedenheit als Frauen.
00:20:53: Das ist ein wiederkehrender Befund und das legt nahe, dass weibliche Lehrkräfte im Schnitt stärkere Belastungen oder weniger günstige Arbeitsbedingungen erleben.
00:21:03: Und wenn du mich fragst dann hat es sicherlich auch mit Sozialisierungsfaktoren von weiblichen Personen unserer Gesellschaft zu tun.
00:21:13: Als Mädchen offen Wut zu leben, als Mädchen laut zu sein seine Grenzen zu verteidigen.
00:21:20: Zu wissen was man will Karriere machen wollen oder so ne?
00:21:24: Das ist ja irgendwie gesellschaftlich jetzt nicht so gern gesehen und das hat natürlich darauf Auswirkungen.
00:21:33: wer wählt den Lehrberuf aus welchen Motiven und verhält sich dann mit den Herausforderungen des Lehrberuchs wie in Interaktion?
00:21:42: Ich habe gerade das Wort Wut genannt.
00:21:44: Das soll nicht heißen, dass Wut was Gutes ist bei Lehrkräften die so offen auszuleben.
00:21:50: aber ich möchte hier auch aus Coaching Perspektive nochmal verdeutlichen.
00:21:54: Wut ist eine gute und wichtige Emotion.
00:21:58: Es kommt ja darauf an, wie sie sich dann manifestiert.
00:22:01: Man braucht Wut um eine Grenze zu setzen.
00:22:04: Wut ist auch für Pädagogen eine ganz wichtige Emotion was aber nicht heißt dass du die Klasse zusammenschreißt.
00:22:12: Aber das zu empfinden und benennen zu können Das hilft um eine gesunde Grenze überhaupt ersetzen zu können Denn sonst werden dir die Grenzen einfach eingerannt Weil du ein Schuldgefühl hast Was du gar nicht mehr definieren kannst.
00:22:27: zugrunde liegende Gefühlwut ist.
00:22:29: Aber das ist jetzt ein Side-Quest auf dieses Thema, da müssen wir mal in eine andere Folge eingehen.
00:22:35: Das Alter spielt auch eine große Rolle beim qualitativen Empfinden der Berufszufriedenheit.
00:22:41: Was glaubst du, wer zufriedener ist?
00:22:43: Jüngere oder ältere Lehrkräfte?
00:22:46: Ich glaube ich habe es gerade auch schon vorweggenommen.
00:22:49: Lehrkräften die jünger sind haben eine geringere Berufszufriedenheit.
00:22:54: Soll heißen Lehrkräfte unter vierzig, die berichten von geringerer Berufs- zufriedenheit als ältere Lehrkräftee.
00:23:01: Das kann natürlich unterschiedliche Gründe haben zum Beispiel Eine höhere Anfangsbelastung weniger Routine Weniger Sicherheit im System.
00:23:11: also noch neu im Collegium sein Noch nicht seine Buddies haben Im Collegium mit denen man seit zwanzig Jahren halt weiß wie das game gespielt wird.
00:23:21: Mehr Unsicherheit im Umgang mit Anforderungen, vielleicht auch einfach noch nicht so ein Standing in dem Leben.
00:23:27: Vielleicht sind auch die Kinder noch klein ne?
00:23:29: Also ist ja auch ein Faktor viele haben junge Kinder in diesem Alter und eine multiple Belastung.
00:23:35: also was anderes als wenn du Ende fünftig bist und deine Kinder sind halt schon bald ausm Haus.
00:23:41: Da kann eine große Diskrepanz zwischen Ideal- und Alltag sein.
00:23:45: Ältere Lehrkräfte scheinen im Schnitt stabiler oder zumindest zufriedener zu sein.
00:23:53: Bei der Funktion zeigt sich stellvertretende Schulleitungen weisen höhere Berufszufriedenheit auf als Lehrkräfte ohne Schulleitungfunktion, das spricht dafür dass Gestaltungsspielräume Einflussmöglichkeiten oder eine andere Form der beruflichen Einbindung und Mitsteuerungsfähigkeit positiv wirken können.
00:24:19: Auch bei den Schulformen gibt es deutliche Unterschiede.
00:24:21: Ich habe ja eingangs schon gesagt, Grundschullehrkräfte haben ein anderes Belastungserleben als zum Beispiel Lehrkräfte an Gymnasien.
00:24:28: Lehrkräften an Gymnasiens, beruflichen Schulen und Förderschulen berichten von höherer Zufriedenheit als Lehrkräfter an Grundschulen, Haupt-, Real- und Gesamtschulen.
00:24:41: Das finde ich sehr spannend denn Gymnasieberufliche Schulen Da ist ja eine gewisse Selektion am Werk, ne?
00:24:51: Gymnasien selektieren.
00:24:54: Berufliche Schule ist auch ein bestimmtes Segment von Jugendlichen.
00:24:58: Förderschulen ist auch eine Selection aber Grundschule hat Gesamtschulcharakter.
00:25:04: Gesamt-Schule hat es im Namen... Haupt- und Realschulen, die es ja in manchen Bundesländern schon gar nicht mehr so gibt.
00:25:12: Und da gibt es dann sowas wie Sekundarschulen oder Werkrealschulen oder Stadtteilschulen.
00:25:17: Oder was ich schon alles für Titel gehört habe haben natürlich auch ihre Herausforderungen weil Gesellschaft sich so stark verändert hat in den letzten... ...vomunzwanzig Jahren.
00:25:32: Das finde ich einen sehr wichtigen Befund.
00:25:35: das dass erleben zwischen den Schulformen so unterschiedlich ist, weil er zeigt das bestimmte Kontexte mit höherer Belastung und geringerer Zufriedenheit verbunden sind.
00:25:46: Interessanterweise zeigt sich das in unserem Coaching anders – in der Zusammensetzung von Coaches!
00:25:54: Wir haben sehr viele Gymnasialerkräfte auch sehr viele Grundschullehrkräfte Und jetzt sollte man ja meinen wir haben wenig Sonderpädagogen und Sonderpedagoginnen Stimmt aber nicht.
00:26:06: Wir haben sehr viele Sonderpädagoginnen unter unseren Coaches, die kommen aber in den allersältesten Fällen von Förderschulen.
00:26:15: Das finde ich sehr kennzeichnend!
00:26:17: Die kommen nämlich in der Regel aus der Inklusion – also Ausschulformen, die inklusiv arbeiten und wo das sehr, sehr mangelhaft umgesetzt wird, aus deren Empfinden Also häufig eben so eine Rollenentfremdung.
00:26:37: Sonderpädagoginnen werden da eingesetzt, um Leute abzustempeln, wegzudiagnostizieren – eigentlich nur noch Förderbedarf zu diagnostizieren und sich Leuten zu entledigen.
00:26:49: Das ist überhaupt nicht der Gedanke, weswegen ne Person Sonderpedagogin wird!
00:26:53: An Förderschulen kann dieses Ideal scheinbar noch mehr gelebt werden.
00:27:02: Ich kann jetzt nicht für Sonderpädagogin sprechen.
00:27:04: Wenn du das jetzt hörst und du schreist innerlich laut auf, ja wahrscheinlich ist das dann dein Erleben und das ist sicher auch noch mal ein ganz anderes als ich mir das präsentiert mit meinem selektiven Blick auf die Dinge.
00:27:18: Ich finde es aber trotzdem sehr bezeichnend.
00:27:21: Regional finden sich auch Unterschiede im Bezug auf Berufszufriedenheitserleben.
00:27:27: Was glaubst Du wo die Lehrkräfte zufriedener sind?
00:27:30: Im Nord-Süd Gefälle Und Ost-Westgefälle?
00:27:36: Im Süden sind sie zufriedener.
00:27:38: Oh, wunder!
00:27:39: Und wenn du mich fragst – ich habe da auch meine Erklärungsansätze zu – der Süden ist reicher.
00:27:47: Let's face it….
00:27:49: er ist weniger divers, er ist auch geprägt von einer hohen politischen Kontinuität und er ist schlichtweg reicher.
00:28:00: Lehrkräfte in Bayern und Baden-Württemberg sind im Durchschnitt zufriedener als Lehrkräften in Norddeutschland, Ostdeutscher Land und insbesondere NRW.
00:28:09: Das verweist auf unterschiedliche strukturelle und kulturelle Bedingungen.
00:28:15: kann sich jetzt jeder seine Meinung zu machen, aber ich beobachte das natürlich auch.
00:28:20: Wer ist bei uns im Coaching?
00:28:22: Wir haben viele Lehrkräfte aus Baden-Württemberg, auch viele aus Bayern, aber die berichten von anderen Dingen als zum Beispiel jemand aus dem Rohrgebiet oder jemand aus der Region Halleleipzig oder jemand aus dem Hamburger Raum, da spielen ganz andere Themen eine Rolle.
00:28:41: Man muss auch immer gucken was sind das für Schulstandorte wo diese spezifische Person herkommt?
00:28:46: Häufig ist es auch der Obahneraum der eine größere Belastung hat als der ländliche.
00:28:52: Das ist hier jetzt nicht erfasst!
00:28:53: Das finde ich total spannend noch denn bei uns ist das doch sehr kennzeichnend dass Leute aus Obanen groß räumen eher bei uns im Coaching sind als die Leute von den Zwergenschulen auf dem Land.
00:29:07: Ja, kann man sich jetzt selber überlegen warum das vielleicht so ist?
00:29:10: Beides hat ja seine Herausforderungen.
00:29:13: ich sehe aber auch dass in ländlichen Regionen eine höhere soziale Kontrolle ist und ein höherer Hang zum Konformismus sag' ich mal nicht weil die Lehrkraft das will Die Nachbarin, die weiß ja genau.
00:29:33: Und man guckt über einen Gartenzaun und so... Also das ist die soziale Kontrolle auch in sehr christlichen Regionen.
00:29:40: übrigens da schiehle ich insbesondere auf Bayern Da ist ein ganz hohes Kontrollmoment drin und ein ganz hoches Konformismusmoment.
00:29:48: Das Einzahlt auf Macht.
00:29:51: Ja!
00:29:51: Das erlebe ich so durch die Berichte unserer Coaches dass gerade in Bayern Personen, die mit ihren Dienstherren korrespondieren, da ganz stark moralisiert werden.
00:30:03: Ganz konformistisch in ihre Schranken verwiesen werden und häufig auch mit einem religiösen Hintergrund.
00:30:08: das passiert also Machtausübung wird begünstigt durch diese Dynamiken.
00:30:15: So schauen wir auf die Faktoren Belastung und Erschöpfung.
00:30:19: eine große Achse der Studie ist die Belastungen.
00:30:23: Da wird besonders deutlich dass berufliche Zufriedenheit, nicht automatisch mit guter Gesundheit gleichzusetzen ist.
00:30:32: Das Schulbarometer erhebt zentrale Burn-out Symptome vor allem emotionale Erschöpfung und Zynismus.
00:30:41: Emotionale Ersköpfungen meint dass die psychischen und physischen Kräfte aufgebraucht sind.
00:30:47: Zynismus beschreibt eine innere Distanz also so ne Art von Verhärtung oder emotionale Abwendung, vom Beruf und von den Menschen mit denen man arbeitet.
00:31:00: Vielleicht hast du das vor Augen möglicherweise kennst du Leute die im Krankenhaus arbeiten also sprich mal mit so einem Chirurg über Patienten.
00:31:11: vielleicht hast du da selber schonmal erschrocken festgestellt dass die eine oder andere Person da ja vielleicht auch aus nem psychologischen Schutzmechanismus her sehr zynisch unterwegs ist und über Patienten gar nicht mehr spricht wie über Menschen.
00:31:28: Und das passiert natürlich auch bei Lehrkräften, ne?
00:31:31: Das habe ich in meinem Kollegium auch ganz häufig so erlebt also Kollegiumsgespräche mitgehört wo im Grunde Schülerinnen und Schüler entmenschlicht wurden.
00:31:44: Das muss man einen deutlich zu sagen!
00:31:46: Ich würde sagen es ist ein sehr gymnasialer Zug in Kolleginnen.
00:31:51: Also im Gymnasialen Collegien wird Ich würde sagen häufiger gemacht, ich habe keinen Studie durchgeführt.
00:31:57: Aber so ist mein Erleben aus meinem eigenen Erfahrungshorizont und auch aus dem Bericht meiner Coaches.
00:32:07: bei der emotionalen Erschöpfung zeigen sich deutliche Werte im Schulbarometer.
00:32:12: Vierundzwanzig Prozent der Lehrkräfte fühlen sich mehrmals pro Woche erschöpft zwölf Prozent sogar täglich.
00:32:20: vielleicht sagst du jetzt So wenig?
00:32:24: Na ja, ehrlich gesagt ist das enorm.
00:32:26: Denn das ist nicht normal!
00:32:28: Darf ich dir das gerade nochmal widerspiegeln als jemand der seit elf Jahren kein Lehrer mehr ist?
00:32:34: Das ist nicht Normal dass man täglich komplett erschöpft ist und auch nicht dass man mehrmals pro Woche komplett erschöfft ist.
00:32:44: Das sollte Ausnahmezustand sein für viele es aber absolute Normalität und die finden das gar nicht komisch.
00:32:51: Also lasst dir bitte noch mal gesagt sein, das sind alarmierende Zahlen.
00:32:55: Das bedeutet dass mehr als ein Drittel der Befragten regelmäßig auf den Zahnfleisch geht.
00:33:01: Das ist keine Randbelastung!
00:33:03: Das ist ein ernstzunehmender Zustand.
00:33:08: Zynismus liegt insgesamt niedriger als Erschöpfungen in dieser Befragerung – das klingt jetzt erstmal wie ein gutes Zeichen weil es zeigt, dass nicht alle schon abgestumpft sind.
00:33:21: Aber jetzt, da wäre jetzt Entwarnung falsch.
00:33:24: Denn Zynismus ist wirklich eine fortgeschrittene Burnout-Stufe.
00:33:30: Das entsteht oft später als Erschöpfung.
00:33:33: Das ist im Grunde schon nach einem Kipppunkt wo das Ganze so ne Talfahrt annimmt.
00:33:40: Das es häufig ein Vollgeschritt wenn Belastungen lange anhält und keine Entlastung folgt.
00:33:46: Auch hier zeigen sich Unterschiede.
00:33:48: Jüngere Lehrkräfte berichten häufiger von Erschöpfung und Zynismus als Ältere.
00:33:55: Und Frauen berichten häufiger, von emotionaler Erschüpfung als Männer.
00:34:01: Schulleitungen haben günstigere Werte – als Lehrkräfte ohne Leitungsfunktion!
00:34:07: Das macht nochmal dieses Gestaltungselement auch so relevant ne?
00:34:11: Viele erleben sich einfach handlungsfähig in diesem komplexen System wo sie im Grunde operativ den ganzen tag abliefern und täglich grüßt das moment hier.
00:34:23: Und wenn ich irgendetwas anderes machen will, dann versetzungsantrag ob gelöhnt, ob gelähnt, also man fühlt sich enorm fremdbestimmt.
00:34:31: Und diese fremddestimmungsfaktor der schlägt auf Das Erleben von Selbstwirksamkeit.
00:34:38: Also ich würde das aus Coachings Sicht jetzt hier so bilanzieren, Schulleitungen haben ein höheres Selbstwirksamkeitserleben und Ich habe wirklich sehr viele Coaches mit sehr geringem Selbstwirksamkeits erleben.
00:34:52: Und es geht darum Gestaltungsräume wieder aufzumachen die auch häufig dadurch sich geschlossen haben dass in ganz krassen schwarz-weiß Mustern gemalt wird und eigentlich ist beides unerreichbar Weder schwarz noch weiß.
00:35:07: So, wie lässt sich das jetzt bilanzieren?
00:35:11: Erfahrung, Entscheidungsspielräume und Position im System scheinen eine gewisse Schutzfunktion zu haben.
00:35:21: Wer jünger ist hat oft weniger Routine, weniger Einfluss und vielleicht auch weniger Distanzierungsstrategien.
00:35:29: Wer eine Leitungsfunktion hat der erlebt den Beruf möglicherweise als stärker gestaltbar.
00:35:35: Noch deutlicher wird die Spannung bei der Frage nach dem Berufswechsel.
00:35:38: Das Schulbarometa fragt, würden Sie in einen anderen Beruf wechseln wenn sie die Möglichkeit dazu hätten?
00:35:47: Einundvierzig Prozent antworten Nein eher nicht.
00:35:52: Einunddreißig Prozent sagen Nein sicherlich.
00:35:55: Das ist enorm ne?
00:35:56: Zweiundseipzig Prozent sagen Nee!
00:35:59: Ich würde nicht in einem anderen Berufswechseln wenn ich die Möglichkeit dazuhätte.
00:36:04: Das ist die Mehrheit, ne?
00:36:06: Aber achtzehn Prozent sagen sie würden eher wechseln und zehn Prozent sagen Sie würden sicher wechselen.
00:36:13: Das heißt fast drei von zehn Lehrkräften sind offen für einen Wechsel oder fest entschlossen dazu.
00:36:20: Dass wir nicht auch noch mal so spannend.
00:36:23: also wie die Frage aufgebaut ist, würden Sie in einem anderen Beruf wechselnen wenn Sie die Möglichkeit da zu hätten.
00:36:29: Und da sehe ich auch so ein Denkmuster vieler Lehrkräfte und auch mancher Coaches, ich kann erst wechseln wenn sich die Möglichkeit dazu ergibt.
00:36:43: Also nie!
00:36:45: Let's face it, kannst du für immer warten?
00:36:47: Die Möglichkeit ergibt sich dadurch dass du dir die Möglichkeit schaffst.
00:36:51: also Gestaltung kommt von gestalten Und nicht das du darauf wartest was gestaltbar wird.
00:36:58: Das ist wirklich etwas was wir uns im coaching erarbeiten.
00:37:02: Du kannst ja nicht angewiesen sein darauf, dass dir irgendeiner an Brocken hinschmeißt.
00:37:07: Das ist überhaupt kein Selbstdrucksamkeitserleben.
00:37:10: du willst ja selber am Steuer sitzen.
00:37:12: dadurch wird man glücklich übrigens auch vom Gestalten in Schule.
00:37:17: jetzt haben wir gerade schon gesehen die Leute in Leitungsfunktionen denen fällt das leichter.
00:37:21: das heißt aber nicht dass gar nichts gestaltbar ist.
00:37:24: für eine normale in Anführungszeichen Lehrkraft fand ich schon sehr aussagekräftig, wie diese Frage aufgebaut ist.
00:37:34: Ja wenn ich die Möglichkeit dazu hätte das ist so dieses hätte-hätte Fahrradkette Die Absicht ist da aber ich doch nicht!
00:37:43: Das auch so.
00:37:44: wenn Lehrkräfte aussteigen dann sagen ganz viele Kollegen ah bist du mutig?
00:37:51: ja Mensch Hätte ich das mal gemacht, aber ich hatte nie die Möglichkeit.
00:37:55: oder bei mir ist der Zug jetzt abgefahren.
00:37:58: Das sind natürlich psychologische Abwehrstrategien, ne?
00:38:01: Die Möglichkeit ist für jeden gleich.
00:38:04: also okay da muss ich auch wieder differenzieren.
00:38:06: Natürlich hat es zum Beispiel eine allein erziehende Mutter schwerer als ein allein stehender Junggeselle!
00:38:14: Das muss man eindeutig zu sagen.
00:38:18: Die denke, ja also ich konnte das ja nicht.
00:38:21: Das ist eine psychologische Abwehrstrategie.
00:38:24: Jeder kann was ändern.
00:38:28: So diese Zahl fast drei von zehn Lehrkräften Ist so wichtig weil sie zeigt Ja Berufsbindung ist nicht selbstverständlich auch nicht durch Verbeamtung Auch wenn die verbeamtungen ja so toll ist und so sicher.
00:38:43: für einen Beträchtlichen Teil der Lehrkräfte ist der Wechsel eine reale Option, zumindest als Gedankenexperiment.
00:38:53: Durchziehend tun das deutlich weniger auch wegen sehr verhärteter Glaubenssätze mangelndem Vertrauen in das eigene Können und die eigenen Fähigkeiten, mangelnder Risikotoleranz
00:39:06: usw.,
00:39:08: aber veränderlich ist vieles.
00:39:10: Besonders interessant Die Wechselbereiten haben eine deutlich niedrigere Berufszufriedenheit als diejenigen, die bleiben wollen.
00:39:20: Ist jetzt auch irgendwie nicht so überraschend aber es zeigt sich in der Studie, das korreliert ganz hoch!
00:39:27: Die Leute, die mega berufsunzufriedens sind, die sind wechselbereiter und gleichzeitig kann dass ja auch an einen Punkt kippen wo Krankheit dazutritt und wo Wechseln dann einfach auch nicht mehr angezeigt ist weil man nicht leistungsfähig genug ist, um einen Wechsel zu stemmen oder zumindest nicht stabil genug in diesem Moment.
00:39:49: Das zeigt, wechselwunsch ist jetzt nicht eine Laune sondern das hängt eng mit dem Berufsalltagserleben zusammen.
00:39:56: Da gibt es auch wieder Unterschiede zwischen den Schulformen.
00:39:59: Lehrkräfte an Haupt-, Real- und Gesamtschulen äußern häufiger Wechselwünsche als Lehrkräften an Gymnasienförderschulen und beruflichen Schulen.
00:40:08: Das Muster hatten wir jetzt oben schon, ne?
00:40:10: Das passt zu den Zufriedenheitswerten und das zeigt die Relevanz von Schulkontexten.
00:40:16: In unserem Coaching ist es durchmischter muss ich sagen!
00:40:20: Wir haben viele Lehrkräfte von Gymnasien aber habe ich auch gerade schon gesagt echt wenig SonderpädagogInnen von Förderschulen und nicht so viele Personen von beruflichen Schulen.
00:40:33: immer mal wieder dazwischen.
00:40:35: Da habe ich auch meine Erklärungsansätze für, da müsste man mal eine eigene Folge darüber machen.
00:40:42: Lehrkräfte an beruflichen Schulen haben ja in der Regel schon eine grundständige Berufsausbildung und haben einen anderen berufliche Kontext erlebt.
00:40:51: die könnten theoretisch auch in ihren ursprünglich erlernten Beruf zurück und ergreifen auch häufig später im Leben dann die Lehrerkarriere.
00:41:03: Also das ist auch nochmal ein ganz anderes Feld als Personen, die ich sage mal mit neunzehn sich einschreiben für Grundschullehramt.
00:41:10: Alter und Geschlecht spielen für die Wechselabsicht übrigens weniger stark rein.
00:41:16: Weniger als bei der Zufriedenheit oder den Burnout-Werten.
00:41:20: Das deutet darauf hin dass Wechselwillen stärker an wirklich konkretes Alltagserleben gekoppelt ist als an demografische Merkmale.
00:41:29: Kommen wir jetzt zu den Burnout-Fragen.
00:41:31: Das fand ich auch sehr bezeichnend, diese Burnout Dimensionen.
00:41:36: die verdienen nochmal eine gesonderte Beachtung weil sie sehr gut zeigen wie Belastung sich im Alltag niederschlägt.
00:41:44: Es gibt dieses berühmte Meslach Burnout Inventory von Ich glaube zwölf Kategorien bin mir gerade nicht so sicher und die haben hier ne komprimierte Form abgefragt nämlich sechs Kategoren.
00:41:57: Die wichtigste Frage lautet, wie oft fühlen sich Lehrkräfte erschöpft?
00:42:03: Dann gibt es aber auch Fragen zum Zynismus und so weiter.
00:42:06: Also wenn wir gucken, wie often fühlen sie Lehrkräften erschöpfet dann ist die Antwort relativ klar ein erheblicher Teil tut das regelmäßig habe oben schon gesagt mehrmals pro Woche oder täglich erschöpt sein.
00:42:20: Das ist kein normaler Zustand.
00:42:23: das ist ein deutlicher Hinweis auf chronische Überbelastung.
00:42:29: Die zweite Frage zum Thema Burnout betrifft den Zustand am Morgen und am Ende des Arbeitstages.
00:42:37: Viele Menschen stehen schon müde auf oder fühlen sich am Ende der Schultage deprimiert, das zeigt dass die Arbeit nicht nur anstrengend ist sondern auch wirklich tief in den Energiehaushalt eingreift.
00:42:57: niedrigere Werte als bei der Erschöpfung.
00:42:59: Und das ist natürlich bedeutsam, weil es darauf hinweist dass viele Lehrkräfte doch emotional sehr beteiligt sind, hohes Berufsetos haben und dem auch gerecht werden wollen.
00:43:13: also sie haben ihren Beruf innerlich noch nicht so verlassen obwohl sie belastet sind.
00:43:19: aber es gibt diese Beispiele und auch sicherlich hast du das im Collegium schon mal beim Collegiums Talk gehört, mitbeobachtet.
00:43:28: Die vierte Dimension ist die Frage nach der Sorge innerlich zu verhärten oder gleichgültig zu werden – das ist auch ein ganz klassisches Burnout-Merkmal und hier sind die Werte nicht so extrem hoch.
00:43:42: Das ist ein gutes Signal aber es wäre auch eklatant wenns anders wär weil ich habe schon gesagt dass sind wirklich fortgeschrittene Burnoutsstufen.
00:43:52: Die Richtung bleibt aber klar, wenn Erschöpfung dauerhaft anhält dann steigt das Risiko für diese innerliche Distanzierung, Dissoziation und Abtötungen.
00:44:03: Die Burnout-Daten machen deutlich die größte Belastung liegt derzeit in der Erschöfffung aus dem akuten Berufsalltag und nicht unbedingt im flächendeckend vorangeschrittenen Zynismus.
00:44:16: Das zeigt dass viele Lehrkräfte innerlich eben nicht aufgegeben haben, sondern dass sie wirklich aus Ethos oder vielleicht auch wegen ihrer Resilienzmuster diesen Beruf auch zugewandt machen können und wollen.
00:44:32: Aber Sie stehen unter spürbarem Druck.
00:44:37: Schauen wir jetzt auf die zeitliche Entwicklung.
00:44:40: Da gibt es einen zentralen Befund der eigentlich heißt Die Werte bleiben vergleichsweise stabil Denn diese Studie gibt es seit Jahrzehnt neunzehn und man muss sagen, es zeigen sich keine dramatischen Veränderungen in der Berufszufriedenheit.
00:44:57: Das hatte seine Schwankung unter Corona ab.
00:44:59: zwanzigzwanzig war ja Corona großes Thema aber wenn wir jetzt auf zwanzich vierundzwanzi bis zwanzisächsenswanzig gucken, gibt es keine dramatische Veränderung in der Berufszufredenheit.
00:45:11: Die Werte bleiben vergleichsweise stabil.
00:45:14: auch der Anteil derer die sicher wechseln würden bleibt mit rund zehn Prozent konstant.
00:45:21: Das kann man jetzt auf zwei Arten lesen, einerseits ist es schön dass sich das nicht akut verschlechtert hat andererseits zeigt es auch ja das ist sehr stabil.
00:45:32: das hat sich offenbar fest verankert.
00:45:35: Es gibt nicht ausreichend Gegenbewegungen die die Belastung nachhaltig senken!
00:45:42: Das ist jetzt also kein Entwarnungssignal.
00:45:46: Das System lebt mit dauerhaft hohen Belastungen und einem eklatanten Ausstiegsdruck.
00:45:54: Wenn dreißig Prozent sagen, würde ich so nicht nochmal machen?
00:45:58: Das ist eine bedenkliche Bilanz für einen Berufsschweig.
00:46:05: Kommen wir zurück auf die Titelfrage.
00:46:07: Wenn man diese Frage ernst nimmt, würdest du den Lehrberuf noch mal wählen?
00:46:11: Dann lautet die Antwort des Schulbarometers Für die Mehrheit ja, für ein Drittel nein?
00:46:19: Die längere Antwort ist hier deutlich komplexer.
00:46:22: Ich habe dir jetzt heute Einblicke gegeben in die Differenzierungen, Schulformen, Regionen, Alter, Geschlecht.
00:46:29: Viele Lehrkräfte sind zufrieden Sie mögen ihre Schule und sie würden sich auch wieder für den Lehrberuf entscheiden.
00:46:37: Gleichzeitig sind aber auch viele erschöpft Manche deutlich belastet Und ein relevanter Teil denkt ernsthaft über einen Wechsel nach.
00:46:49: Und genau darin liegt die politische und organisatorische Aufgabe, die meiner Meinung nach auch aus dieser Studie wieder untermauert wird nicht nur zu fragen warum Menschen gehen sondern auch warum so viele bleiben obwohl sie an ihre Grenzen kommen.
00:47:11: Ich betone in Experteninterviews gerne Diese Reduktion auf Ausstiegsquoten, das ist ein absolut verzerrtes Bild.
00:47:21: Also es gibt ja immer mal wieder Studien.
00:47:22: Ich habe hier auch neulich das in einer Podcastfolge besprochen.
00:47:25: diese FIPS-Studie in ihrer Neuauflage die sagt im Grunde gibt es eine große Kontinuität dass pro Jahr zehn Prozent des Gesamtlehrkräftebestandes geht.
00:47:37: aber wenn man auf diese zehn Prozent schaut Dann würde man ja jetzt glauben, naja die deutschen Lehrkräfte werden immer älter.
00:47:44: Das ist ja wahrscheinlich ein hoher Anteil an regulären Pensionären.
00:47:49: Ist aber nicht so.
00:47:50: Innerhalb dieser zehn Prozent wird der Anteil von Pensionären immer geringer und der Antteil derer, die jung den Beruf verlassen freiwillig, wird immer größer.
00:48:01: Aber die zehn Prozent bleiben an sich relativ stabil.
00:48:05: So wenn man das jetzt anschaut Dann könnte man ja sagen, das ist aber nicht viel.
00:48:11: Also kann man in andere Branchen gucken und da gibt es höhere Kündigungsquoten... Das ist aber schon wirklich eklatant!
00:48:20: Und das ist nicht das ganze Bild.
00:48:23: Leute die aus diesem Beruf rausgehen trotz Lebenszeitverbeamtung.
00:48:28: Das ist eine absolute Spitze des Eisbergs denn da müssen ganz viele Gelingensfaktoren zusammenkommen damit Leute diesen Schritt gehen Und das hat ja eine Historie.
00:48:38: Davor ist es oft Jahre des Versuchens etwas zu verändern und dementsprechend Jahre der beruflich angestauten Unzufriedenheit.
00:48:49: Wir haben also viel mehr Leute im System, die seit Jahren Unzufredenheit anstauen als Personen, die jetzt wirklich raus wechseln.
00:48:58: Die Leute, die sie seit Jahren unzufriedener anstauern sind relevant für... den Schulalltag unserer Kinder, also die unterrichten ja nun auch weiter.
00:49:10: Ich will das jetzt überhaupt nicht bewerten, ich bin ja auch eine dieser Lehrkräfte gewesen.
00:49:15: Das heißt nicht dass ich einen schlechten Job gemacht habe.
00:49:18: Da sind wir wieder beim Typ A, dem Anstrengungstypen.
00:49:21: Ich hab ein sehr, sehr guten Job gemacht aber trotzdem macht das einen Unterschied.
00:49:26: ob jemand grundsätzlich gerne in diese Schule geht und sich als selbstwirksam erlebt der ist sicherlich doch noch mal ein anderes Vorbild, ein authentischeres Vorbild.
00:49:37: und ja ich würde jeder Schülerin jedem Schüler wünschen von Lehrkräften unterrichtet zu werden die das grundsätzlich gerne machen.
00:49:46: Und das sind Lehrpersonen die nach Gestaltungsmöglichkeiten suchen, die sich innerhalb des Systems verändern, die da jeden Register ziehen, jeden Versetzungsantrag stellen dass auch teilweise dann nicht durchgeht, wo sich die Frustration dann aufstaut.
00:50:03: Das sind Personen, die in unserem Coaching sitzen und das ist die numerisch viel relevantere Gruppe.
00:50:11: Klar ist Ausstieg!
00:50:13: Dann eine Kennziffer, die macht Eindruck.
00:50:18: Die sind rausgegangen aus der Verbeamtung – das ist ja krass!
00:50:21: Aber ein viel größerer Teil ist halt die Dunkelziffer DERA, die total unglücklich sind, total belastet aber eben nicht rausgeht aus den unterschiedlichsten Gründen.
00:50:32: und da gibt es ja auch so systemimmanente Fluktuationen Es gibt ja auch Systemimmanentmöglichkeiten sich dem Unterricht zu entziehen.
00:50:41: Und das ist überhaupt nicht böse gemeint, ne?
00:50:43: Also das sind ja einfach dann Selbsterhaltungstriebe!
00:50:46: Dann werden ausufernde Elternzeiten genommen doch nochmal Beurlaubungsjahre noch mal mehr genommen, Sabbatjahres und natürlich auch das Thema Krankheit, Langzeitkrankschreibungen, Dienstunfähigkeiten und Frühpensionierungen.
00:51:03: diese Zahlen steigen hier.
00:51:06: Also da schlägt sich das ja auch nieder, diese Belastung und berufliche Unzufriedenheit.
00:51:13: Aber wir bilanzieren die Bosch Studie zeigt es überwiegend ist dann eine hohe Berufszufriedeheit.
00:51:20: man muss aber sagen die konzentriert sich auf bestimmte Schulformen Regionen und Geschlechter- und Altersgruppen.
00:51:32: Ich würde mal sagen der Worst Case wäre Du bist eine junge weibliche Lehrkraft an einer Grundschule in NRW.
00:51:43: Also nicht, dass es jetzt Grundschulen der worst case ist aber das werden jetzt alles die Faktoren für berufliches Belastungserleben während eine männliche Lehrkraft an einer Berufsschule in Bayern Ü-Fünfzig wahrscheinlich ein sehr hohes Berufszufriedenheitserleben hat.
00:52:02: Das fand ich sehr aufschlussreich beim Lesen dieses Schulbarometers auch noch mal in Abgleich mit den Lehrer-Gesundheitstypen.
00:52:10: So, das zeigt also Lehrer sind keine einheitliche Gruppe.
00:52:14: einige erleben den Beruf als erfüllend tragfähig sinnvoll andere als belastend erschöpfend nicht mehr passend.
00:52:23: und die Antwort auf die Frage ob man den Lehrberuf nochmal wählen würde Ist deshalb nicht einfach nur ja oder nein?
00:52:30: Das ist eine Bestandsaufnahme für das gesamte System.
00:52:34: Wenn du zu dieser Gruppe gehörst, dieses eine Drittel, dass sagt... Achja ich würde jetzt schon das nicht nochmal machen.
00:52:42: und im Übrigen wenn sich eine Möglichkeit ergeben wurde dann wäre ich weg!
00:52:46: Dann wäre wahrscheinlich eine Zusammenarbeit mit uns für dich relevant.
00:52:52: Vielleicht im Rahmen unserer Sommer Coaching-Aktion eingangs habe ich es schon erwähnt Starterinnen und Starter, unseres Coachings im Juli- und August erhalten von uns einen Bonusmonat on Top.
00:53:04: Das heißt sechs plus eins Monate um dich beruflich zu sortieren dir Handlungsräume aufzumachen raus aus dem Schwarz und Weiß Wahlmöglichkeiten schaffen wieder ins Gestalten kommen sei es innerhalb von Schule oder über den Tellerrand hinaus.
00:53:23: Ich wünschte jetzt erstmal eine schöne Woche.
00:53:26: Du findest den Link zu unserem Gespräch in den Shownoten, wie immer.
00:53:31: Ja und dann hören wir uns in vierzehn Tagen!
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